Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Unsere Arbeitswelt ist im ständigen Wandel. Digitalisierung, Technisierung und Automation nehmen zu, Arbeitsräume verändern sich, werden heller, offener, vernetzter, aber auch ansehnlicher, repräsentabler und freundlicher. Doch viele Gefahren für die Gesundheit der Mitarbeiter bleiben und neue entstehen. So ist es nicht nur recht und billig, sondern auch notwendig, dass man bei all den Veränderungen das Thema Arbeitssicherheit stets vorausschauend mitbedenkt.
Mit der Frage, wie der Arbeitsplatz der Zukunft beschaffen sein wird, und der noch wichtigeren Frage, wie die Menschen, die dort arbeiten, geschützt werden können, befassten sich die teilnehmenden Arbeitsschützer des 35. Sifa-Netzwerktreffens in der DGUV-Akademie in Dresden. Sie fand im Herbst 2018 statt und wurde von Herr Stojke, dem Leiter der BGW-Akademie, und Herr Bock, unserem Sifa-Netzwerkleiter, eröffnet.

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeitsräume in der Zukunft ist ihre Offenheit. Einher gehen damit physische und psychische Belastungen durch Lärm. Der erste Vortrag drehte sich daher rund um das Thema Lärmreduktion, gehalten von Frau Winter von der ORG-DELTA GmbH. Sie berichtete fachkundig über Möglichkeiten zur Lärmreduzierung. Ihre Firma vertreibt innovative Produkte, die die Lärmemissionen in Arbeitsräumen verringern.

Absorbersofa im BüroeinsatzEiner Umgestaltung der Arbeitsräume (z.B. die Einhausung lärmintensiver Maschinen) sollte stets der Analyse von Lärmpegel und anderen Bedingungen vorausgehen. Die Analyseergebnisse gehen in einem Aktionsplan zur Arbeitssicherheit ein. Eine gute vorrausschauende Planung kann Kosten reduzieren, da bekanntlich nachträgliche Veränderungen von kostspieliger Natur sind.
Um Lärmschutz in Arbeitsräumen, insbesondere in offenen Büros gewährleisten zu können, bietet sich der Einsatz von Absorbermaterialien an. Diese modernen Materialien sind nicht nur nützlich, sondern bieten auch Design. Es gibt beispielsweise Sitzmöbel, Sofas und Wandbilder, die aus besonders absorbierenden Materialien beschaffen sind. So lassen sich moderne Büros nicht nur ansprechend und individuell sondern auch schalldämmend einrichten. Bei den sogenannten Absorberbildern können die Motive selbst ausgewählt werden. Auch in den Fluchtwegen kann man solche Produkte, wie die Absorberbilder, einsetzen. Und jede Fläche, die in einem offenen Raum Schall absorbiert, ist Goldes wert.

Herr Lenz demonstrierte mit seiner Guillotine anschaulich das notwendige Sicherheitsdenken und -handeln in gefährlichen Arbeitsräumen.

Den nächsten Vortrag hielt Herr Lenz vom Institut Input. Er stellte uns die Take-2-Methode vor – zwei Minuten für deine Sicherheit. Mit Sicherheitskarten, auf denen Sicherheitsfragen für spezielle Arbeitsplätze stehen, kann sich dabei ein Mitarbeiter in Windeseile mit Gefährdungen und entsprechenden Schutzmaßnahmen auseinandersetzen. Im darauf folgenden Workshop wurden uns systematisch die Zusammenhänge in Betrieben bewusst gemacht. Dabei erkannten wir, welche Mechanismen und Zusammenhänge in Betrieben an der Wertschöpfung beteiligt sind. Uns wurde klar, wie Betriebe auf äußere Störungen reagieren können.

Im „Showprogramm“ nach dem Abendessen demonstrierte er mit einer Guillotine anschaulich, wie man Gefährdungen durch sinnvolle Maßnahmen in riskanten Arbeitsräumen auf ein Minimum reduzieren kann. Durch die getroffenen Maßnahmen blieb der Arm, der im Loch seiner Guillotine steckte, nach dem Auslösen des Messers unversehrt. Was Sichheitsdenken und -handeln, und zwar vor der Arbeitshandlung, in gefährlichen Arbeitsumgebungen, doch für das eigene Wohl bewirken können!

Herr Stamm von der Firma ELK beim Vortrag

Herr Stamm von der Firma ELK stellte Messgeräte vor, die bei der sicherheitstechnischen Bewertung von Arbeitsräumen hilfreich sind.

Als letzter Referent, am nächsten Morgen, demonstrierte Herr Stamm Multifunktionsgeräte seiner Firma ELK. Diese Multifunktionsgeräte können u.a. Lärm, Beleuchtung, Bildfrequenz, Temperatur und relative Luftfeuchte messen. Sie können auf die Messung von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und anderer flüchtiger organischer Verbindungen erweitert werden. Ein interessantes Gerät, besonders, wenn man selbst noch keine Messgeräte besitzt.

Für die kommenden Netzwerktreffen wurden dann noch die Termine, Orte und Themen abgestimmt. Folgende Treffen sind geplant:

  • 6. Dezember 2018 in Chemnitz: Vorsorge bei Mehrbeschäftigten
  • 19. Februar 2019 in Erfurt: Verhaltensbasierter Arbeitsschutz
  • 4. April 2019 in Berlin: Eignungstests und Eignungsuntersuchungen
  • 8./9. November 2019 in Dresden: Leitfäden zu Begehungen der Berufsgenossenschaft und Gewerbeaufsicht

Ich wünsche allen Netzwerkerinnen und Netzwerkern eine besinnliche Adventszeit!

Anette Mäder
Sifa-Orga-Team

Beitrag in: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Veranstaltungsrückblicke

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