Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) – Was sie macht und wer sie braucht

Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) – Was sie macht und wer sie braucht

Kennen Sie den: Der Tischlermeister schimpft mit seinem Azubi: „Um Gottes willen, stell´ dich an der Kreissäge doch nicht so dumm an. Was alles passieren kann, wenn du nicht aufpasst, kannst du dir an deinen acht Fingern abzählen.“ Ein Witz. In der Realität ist das aber gar nicht lustig. Und für das „Aufpassen“ und Vorbeugen gibt es Spezialisten: eine Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung zu unterstützen. Dazu gehört die menschengerechten Gestaltung der Arbeit, damit es gar nicht soweit kommt, dass man einen Finger bei der Arbeit verliert. Denn Gefahren lauern am Arbeitsplatz überall. Als Fachkräfte für Arbeitssicherheit können Sicherheitsingenieure, so wie ich,  Sicherheitstech­niker oder Sicherheitsmeister bestellt werden. Im Einzelnen unterstützt die Fachkraft:

  • bei der Durchführung von Sicherheitsbegehungen,
  • bei Unterweisungen und der Erstellung von Unfallanzeigen,
  • Maßnahmen zur Unfallvermeidung,
  • Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen und der Gefahrstoffdokumentation (Gefahrstoffbetriebsanweisungen),
  • der Arbeitsplatzgestaltung (Maschinebetriebsanweisungen) und Gesundheitsprävention sowie
  • der Schaffung einer geeigneten Organisation des Arbeitsschutzes im Betrieb.

Eine ganze Menge! Näher beschrieben wird dieses fachliche Profil übrigens in der DGUV Vorschrift 2 (Vorschrift 2 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung), quasi Pflichtlektüre für Arbeitgeber.

Nach der DGUV Vorschrift 2 wird in allen Betrieben eine Fachkraft für Arbeitssicherheit für die sicherheitstechnische Betreuung benötigt, eigene oder externe Kräfte. Eine Betreuung ab 10 Mitarbeitern durch eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit halte ich für sinnvoll, effektiv und kostengünstig. Dabei kann die Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASi) auch überbetrieblich tätig sein, also in mehreren Betrieben. Auch ein Mitarbeiter des Betriebes kann FASi werden, der Meister, Techniker oder Ingenieur ist und bei der Berufsgenossenschaft eine Schulung von 5 Wochen absolviert. Die einzelnen Präsenzwochen bei der Berufsgenossenschaft werden meist innerhalb von ca. 1,5 Jahren absolviert. Zusätzlich werden regelmäßig Prüfungen abgelegt, sind Selbstlernphasen im Betrieb erforderlich und ist eine Hausarbeit zu erstellen.

Bei manchen Berufsgenossenschaften können die Arbeitgeber in Betrieben bis 50 Mitarbeitern ein alternatives Betreuungsmodell wählen. Der Unternehmer kann hier selbst mehrfach an Schulungswochenenden bei der Berufsgenossenschaft teilnehmen und die notwendigen Inhalte erlernen. Nach erfolgreicher Teilnahme an den Schulungen entscheidet dann der Unternehmer selbst, wann er eine Beratung durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit in Anspruch nimmt.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten, zur Verbesserung der Arbeitssicherheit in Ihrem Unternehmen. Sei es nun meine oder die der Berufsgenossenschaft bzw. des Landesamtes für Verbraucherschutz, Abteilung Arbeitsschutz.

Also: Ihre Mitarbeiter sind Ihr größter Schatz, schützen Sie sie! (Denn über fehlende Finger kann man nur in Witzen lachen!)

Bis zum nächsten Mal, Ihre Anette Mäder vom Ing.- Büro Arbeitssicherheit Mäder

Beitrag in: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit

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